21.10.2012

Ruhe vor dem Sturm

Mit dem ersten Trainingslager des Spitzensport-RS Projekts WOC 2014 auf Gran Canaria erfuhr dieses Jahr einen genialen Start. Allgemein lief das Wintertraining wie fast jede Saison perfekt, allerdings konnte ich diese Basis im Frühjahr nicht voll ausnutzen. Irgendwie stockte der Motor etwas und die ersten Testläufe waren eine grosse Enttäuschung. So verpasste ich die EM-Qualifikation, was stark schmerzte. Die EM war zwar nicht in der Jahreszielsetzung, aber wenn man sieht wie mein Training verlaufen ist und dass ein paar Konkurrenten lange verletzt waren, hätte die Selektion drin liegen müssen. Darauf folgte eine lange «Depression». Ich fühlte mich ausgelaugt, hatte kein Feuer mehr und konnte meinen Frust nicht in Motivation fürs Training umwandeln. Weil ich mir aber in den vergangenen Jahren angewöhnt hatte, einen zweiten, umfangreichen Aufbau zu machen, trainierte ich dennoch konsequent weiter. Und das war gut so.

frisch sieht anders aus...

Top am Hauptwettkampf

Die folgenden WM-Testläufe waren nämlich schon besser als jene im Frühling und die Qualifikation für den geplanten Hauptwettkampf der Saison – die Studenten-WM schaffte ich problemlos. An der Studenten-WM selbst durfte ich dann meinen grössten Erfolg der bisherigen Karriere feiern. Sieg in der Langdistanz, Zweiter im Sprint und fast eine Medaille in der Staffel. Ich war an jedem Wettkampf top und absolut auf dem Höhepunkt bei den wichtigsten Läufen dieses Jahres. Mit diesem Erfolg im Rucksack reiste ich im Herbst an die Nordic Tour, wo ich seit langer Zeit wiedermal Weltcuppunkte sammelte. Zwei Qualiplätze in den Top10, zwei Finalplätze in den Top20, Gesamtweltcup 54 – das ist stabil und zufriedenstellend. Auch bei der Nationalen Jahreswertung konnte ich trotz weniger Fokus auf den entscheidenden Läufen im Herbst gesamt Fünfter werden, was ich meiner guten Verfassung über die gesamte Saison verdanke. Nie verletzt, nie mehr als ein Training in Folge wegen Krankheit ausgelassen.

Studenten-Weltmeister!!!

Hartes Brot 2013

Weshalb ich wie schon seit mehreren Jahren im Sommer und Herbst besser laufe als im Frühling, weiss ich nicht. Vielleicht brauche ich viele OL-Wettkämpfe um in Fahrt zu kommen - eventuell muss ich zuerst verlieren um gewinnen zu wollen. Fakt ist, dass die nächste Saison etwas anders aufgebaut ist als üblich. Bereits im Januar gilt es in Form zu sein – bei drei Weltcupläufen auf Neuseeland. Danach geht es nochmals zurück ins Grundlagentraining bevor Testläufe, Nordic Tour, WM-Testläufe, WM und Militär-WM relativ dicht aufeinander folgen. Ich habe das Gefühl, diese Konstellation kommt mir entgegen. Deshalb und weil ich wieder bis in die letzte Spitze motiviert bin, habe ich bereits vor drei Wochen in aller Ruhe mit dem Wintertraining begonnen. Es wird hart nächste Saison – ich werde erstmals im Vollzeitpensum studieren, es gibt weniger internationale Möglichkeiten sich zu präsentieren als dieses Jahr und die Konkurrenz wird nicht schlafen. Ich versuche, das Schiff auf der Route via Spitzensport, Studium, Teilzeitjobs und Ausflügen nach Frankreich;) auf dem Kurs zu halten.

Fokus wird entscheidend sein 2013

Top 2012                                                              Flop 2012

- Alicante                                                             - Testläufe I - III
- ZSC                                                                    - Deutsch II
- Remember me                                                   - Olympiafinal von Roger

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