15.01.2012

Was für ein Saisonauftakt

Die Zeit um den Jahreswechsel war anstrengend, ich fand weniger Schlaf als gewöhnlich. Auch die Vorbereitung auf den ersten Wertungslauf des EchtBio OL-Grand Prix (nationale Jahreswertung) litt. Kurz; ich konnte mich kaum auf den Lauf einstellen. Da ich nicht viel Kartenkontakt hatte während dieser ausgefüllten Tage, war die Zielsetzung für den ersten Ernstkampf klar: die Karte bestimmt das Tempo. Die Bahn in der Qualifikation war einfach, die vielen Routenwahlprobleme glichen sich in etwa aus. Deshalb galt es trotz der Priorität auf der Karte schnell zu rennen. Die Balance zwischen Kartenkontakt und Laufgeschwindigkeit stimmte und so konnte ich mich gut für den Final qualifizieren.

Wo blieb der Schlussspurt?

Der Final war etwas Spezielles, nur die sechs Schnellsten der Qualifikation durften sich in einem Massenstart messen. Nach zwei Startposten, die in vorgegebener Reihenfolge anzulaufen waren, stand ein Postennest bevor, wo jeder Läufer frei aus sieben Posten fünf quittieren musste, bevor es nochmals auf vorgegebene Posten ging. Das Ziel war im Wettkampfzentrum in einer Turnhalle, wo hunderte Zuschauer das Rennen live mittels GPS verfolgten.Podest Effretiker-Stadt OL 2012 Ich nahm mir bewusst viel Zeit auf dem Weg zum ersten Posten, um das Postennetz vorzubereiten. Dies zahlte sich aus, ich traf die beste Variante und da Daniel Hubmann genau die gleiche Lösung fand, lief ich als zweiter ein paar Sekunden hinter ihm auf die letzten Posten. Fabian Hertner war einige Sekunden dahinter, kämpfte sich aber nach und nach ran und schloss beim drittletzten Posten zu mir auf. Dani war vorne souverän und schneller als ich unterwegs. So konzentrierte ich mich auf Fäbu, davon überzeugt, ihn auf den letzten Metern schlagen zu können. Als er nochmals aufs Tempo drückte, fand ich aber keine Antwort. Die energieraubende Zeit hatte vielleicht doch ein paar Spuren hinterlassen, denn mein Schlussspurt kam nicht mehr. Nichts desto trotz schaute ein dritter Platz heraus, super!!! Auch die Reaktionen aus dem Publikum waren sehr positiv – „du bist dabei“, durfte ich hören. Nun aber wieder zurück hinter die Bücher.

 

Etwas noch:
Ernsthafter OL-Sport? Forumeintrag vom 17.01.2012 Thema Effretiker-OL 2012 von Schlädde (sschlatter@bluewin.ch), Kat: H45:

Könnte nicht einfach auch die Einsicht reifen, dass in urbanem Gebiet kein ernsthafter fairer OL-Wettkampf durchgeführt werden kann und nach über 10 Jahren üben, wir nach wie vor auf dem "Plausch-mal etwas anderes-Grümpel-OL Niveau" stehen geblieben sind?

Genau: Du triffst absolut die Quelle des Problems. Weg vom präzisen OL, zurück zu den 1:25‘000 oder 1:50‘000 Karten, braune Lederbändel als Markierungen, eine Postenzange auf den Boden und im Ziel eine grosse Wanne, um die Wanderschuhe zu putzen.

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