13.07.2012

Wenn ein vierter Platz enttäuschend ist

Über die Langdistanz habe ich in meinem vorherigen Beitrag schon ausführlich geschrieben. Es war mein wohl grösster Erfolg in meiner Karriere und ist eine Genugtuung nach dem verpatzen Frühling.

Podest Langdistanz

Für den Sprint konnte ich das Selbstvertrauen vom Vortag mitnehmen. In der Quarantäne im Schloss über Alicante hatte ich bereits ein Lächeln auf dem Gesicht und ich behielt es auch beim Bad im Meer während dem Auslaufen. In steilen und schmalen Gassen am Schlosshügel hiess es, den Überblick zu behalten und flexibel zu bleiben. Die Karte entsprach nicht der gewohnten Norm, war teilweise auch schlichtweg falsch. Ich liess mich aber nicht aus dem Konzept bringen, kämpfte die Treppchen hinauf und zog meine Route immer entschlossen durch. Im Ziel übernahm ich die Spitze, knapp vor meinen Teamkollegen Andreas Kyburz. Ich hatte ein gutes Gefühl und die Konkurrenten bissen sich die Zähne aus. Nur einer war noch schneller: Martin Hubmann – noch ein Schweizer. Podium komplett!!!

auf den letzten Metern im Sprint

Die Mitteldistanz lief ich nicht, konnte mich also für die abschliessende Staffel schonen. Dort übernahm ich die Startstrecke. Mit grossem Selbstvertrauen im Bauch lief ich von Beginn weg offensiv und war über weite Strecken in der Leaderposition. Dann hatte ich einen weiten Gabelungsposten und liess mich durch das kurz aus dem Flow bringen. Ich machte einen Fehler von ca. einer Minute, profitierte dann von einer kürzeren Gabelung und passierte den Zuschauerposten mit Andreas Rüedlinger von Schweiz 2, 30s hinter der Spitze. Auf der Schlussrunde traf es mich wieder mit der weitesten Gabelung und so übergab ich mit 50s Rückstand auf den zweiten Läufer Florian Howald. Er machte einen sehr guten Job, übergab an dritter Stelle und verkleinerte den Rückstand nach vorne um ein paar Sekunden. Martin strotze ebenfalls vor Selbstvertrauen und so warteten wir zuversichtlich am Zuschauerposten. Und es kam ein Schweizerdress..das von Schweiz 2. Andreas Kyburz lief eine sehr starke Schlussstrecke und sicherte seinem Team den Sieg vor Schweden. Martin brachte uns auf den vierten Platz. Nachdem er den ersten Posten lange gesucht hatte, kämpfte er sich nochmals nahe an Bronze ran.

hauptsach die Schweiz zuoberst

Nun ist die Studenten-WM um, die Schweizer dominierten und gewannen auch die dritte internationale Staffel (bei den Männern) in diesem Jahr. Die Erwartung an unsere Teamkollegen an der Heim-WM (sie geht am Samstag in Lausanne los!) brauche ich nicht auszusprechen;+) Heja zäme!

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