24.09.2014

Saisonende

Da mir die OL-Saison gründlich misslang, wollte ich an der bedeutendsten Laufwertung der Schweiz, dem Post-Cup, die Saison versöhnlich ausklingen lassen. Der Start in die fünfteilige Laufserie gelang mir anlässlich der Jungfrau-Meile gut. Dieses Wochenende stand mit dem Greifenseelauf bereits der zweite Wertungslauf an. Nach kurzer Zeit hatte ich Probleme mit meinen Füssen und musste einsehen, zu schnell angelaufen zu sein. So brach ich das Unterfangen ab und beendete den Halbmarathon nach gut fünf Kilometern. Meine Plantar Fasciitis sagt danke, für mein Ego war es erneut eine Enttäuschung. Höchste Zeit die Saison offiziell zu beenden und die Zukunft zu planen.

alles tuets mir weh..

Post-Cup

An der Jungfrau-Meile in Interlaken gelang mir über die ungewohnt kurze Distanz von 1'609 Metern ein gutes Rennen. In 4:12 lief ich gerade hinter meinem Kaderkollegen Matthias und nur drei Sekunden hinter Tadesse Abraham ein.

Am Greifenseelauf war die Devise klar. Auf Grund meines schlechten Trainings die gesamte Saison über, konnte ich keine Topzeit anstreben. Zusätzlich bin ich in meiner Karriere erst einmal über diese Distanz gestartet. Dannzumal hatte ich am Hallwilerseelauf etwas mehr als 69 Minuten. Auf den ersten beiden Kilometern fühlten sich die Beine sehr gut an und ich fand mich etwas später in einer Gruppe mit einigen ausländischen Läufern, den schnellsten Schweizern (ausser Tadesse) und meinen OL-Kollegen Matthias und Daniel wieder. Das passte mir soweit gut, nach etwa vier Kilometern brannten aber meine Fusssohlen förmlich. Schon eine Woche zuvor in Interlaken hatte ich nach der Meile Blasen unter der Hornhaut – bedingt durch meinen Laufstil. So wurde also das Laufen unangenehm und ich spürte, dass ich schon reichlich Laktat gebildet hatte und diese Pace niemals über die gesamte Distanz durchziehen konnte. Es kam der Gedanke, das Rennen abzubrechen und ab da war der Wettkampf gelaufen. Ich konnte mich noch eine Weile mit positiven Gedanken puschen, am Schluss gewann aber – Spitzensport ist leider kein Hollywood – das Böse. Ob ich Mitte November noch an den weiteren Post-Cup Veranstaltungen (Bulle, Basel, Zürich) starten werde, ist noch unklar.

OL

Am Tag nach der Jungfrau-Meile gab es in der Selamatt die verbleibenden Weltcupstartplätze für den Weltcupfinal in Liestal zu gewinnen. Beim Einlaufen wurde mir klar, dass ich die Saison mental abgeschlossen hatte. Ich konnte mich nicht fokussieren, keine Spannung aufbauen. Nichts desto trotz stand ich am Start und es gibt nichts anderes, als alles zu probieren. So startete ich offensiv, lag nach zwei Posten ungewohnt weit vorne. Zum dritten Posten unterlief mir jedoch ein minütiger Fehler. Im Ziel dachte ich, der Fehler sei wohl der Preis für die schnelle Startphase gewesen. Jedoch stellte ich beim Vergleich der alten und neuen Laufkarte fest, dass der grosse Stein (eher sogar zwei nahe beieinander liegende Brocken) im Offenen, den ich gesehen und auf meiner Karte leider nicht gefunden hatte, auf der alten Version durchaus existierte. Mein verzweifelter Versuch, dieses deutliche Objekt irgendwie in meine Karte herein zu interpretieren, veranlasste mich zum unnötigen Umweg.

Es ist offensichtlich, dass nicht die Karte Schuld an meiner misslichen Vorstellung war. Der Fehler beim dritten Posten war nur die Krönung eines Wettkampfs, in dem ich nie richtig ankam. Im Kopf hatte ich die OL-Saison bereits beendet. So ging ich am Sonntag auf der Säntisalp nicht mehr an den Start sondern genoss die Therme in Bad Ragaz.

Foto: OL Regio Wil

Und nun?

Beschlossen, weiter zu kämpfen und nächstes Jahr einen neuen Anlauf zu nehmen, habe ich schon seit ein paar Wochen. Nun muss sich aber meinen Fuss zuerst richtig ausheilen, der ganze Körper erholen (ich habe zurzeit immer wieder starken Muskelkater an allen möglichen Stellen aus unerklärlichen Gründen) und auch die Seele braucht etwas Balsam. Sobald ich mich motiviert genug fühle, fange ich mit dem Aufbau für den Weltcupstart in Tasmanien an. Und nach dem Australienaufenthalt beginnt das eigentliche Wintertraining. Wo und in Kombination mit welchem Job dies sein wird, ist noch sehr offen:)

© 2016 Raffael Huber
Webdesign/CMS: Thomas Scherer